Lohnt sich der Riester-Anbieterwechsel?
Einige Versicherer zahlen mehr Riester-Rente aus als andere. Doch wer nachträglich wechseln will, muss genau wissen wie. Hierfür gibt es zwei Strategien.
Riester-Anbieter wechseln
Auf den ersten Blick scheint die Lösung einfach: Man wechselt einfach zu dem Anbieter, der eine höhere Rente verspricht. Schließlich hat man als Versicherter das Recht, sein bislang angespartes Deckungskapital zu einem anderen Anbieter mitzunehmen und auf einen neuen Vertrag zu übertragen. So ein Wechsel kostet meist zwischen 50 und 100 Euro. Doch damit ist es nicht getan. Denn bei einem Wechsel fallen bei dem neuen Anbieter erneut Abschlussgebühren auf die Beiträge für den neuen Vertrag an. Sie betragen in der Regel vier Prozent der über die gesamte Laufzeit anfallenden Beitragszahlungen und werden meistens in den ersten fünf Jahren von den Beiträgen, die der Versicherte in seinen Vertrag zahlt, abgezogen. Dagegen wird das übertragene Deckungskapital nicht mit einer Anschlussgebühr belastet. Noch etwas sollten Sie bei einem Wechsel beachten: Der neue Anbieter garantiert nur das Deckungskapital, das er vom alten Anbieter übernimmt. Er garantiert nicht die Rückzahlung der bis dahin an den alten Anbieter gezahlten Beiträge.
Freistellung
Statt den Anbieter zu wechseln, können Sie auch Ihren alten Vertrag einfach beitragsfrei stellen lassen und einen neuen Vertrag bei dem Versicherer mit den besseren Leistungen abschließen. Vorteil: Bei dieser Variante fallen keine Kosten für den Wechsel an und der alte Anbieter muss die eingezahlten Beiträge weiter zu Rentenbeginn garantieren. Für die Beiträge, die in den neuen Vertrag bei dem neuen Versicherer fließen, muss dann der neue Anbieter geradestehen. Abschlussgebühren fallen jedoch auch hier an. Eine solche Beitragsfreistellung kann im Einzelfall tatsächlich günstiger sein, als die klassische Wechseloption, die jeder Riester-Sparer hat.
Fazit
Vergleichen Sie auf jeden Fall Ihren Riester-Vertragmit denen der Konkurrenz. Ob Sie mit einem Wechsel oder einer Beitragsaussetzung besser fahren, lässt sich nur im Einzelfall beurteilen. Im Zweifel sollten Sie einen unabhängigen Versicherungsmakler zu Rate ziehen. Die Fachmänner arbeiten jedoch nicht umsonst. Entweder berechnen sie ein Beratungshonorar – zwei Stunden Beratung kosten einmalig zwischen 90 und 150 Euro. Andere Versicherungsmakler kassieren Provision, aber nur für einen Neuabschluss.
Grundsätzlich gilt: Ist das angesparte und verzinste Guthaben höher als die monatlich eingezahlten Beiträge, fahren Sie – was die Garantien angeht – mit einem klassischen Wechsel besser als mit der Beitragsfreistellung. Denn der neue Anbieter muss dann das angesammelte Deckungskapital garantieren. Bei einer Beitragsfreistellung müsste der alte Anbieter nur die bislang gezahlten Beiträge garantieren. Ist das Deckungskapital jedoch niedriger als die eingezahlten Beiträge, ist dagegen die Beitragsfreistellung günstiger, da so wenigstens die eingezahlten Beiträge sicher sind.
Riester Anbieter wechseln
Hier können Sie sich individuell über einen Riester-Anbieterwechsel informieren lassen:
