Vom Benzin zum Strom

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Der Klimawandel erfordert ein Umdenken. Künftig wird elektrischer Strom zum allumfassenden Energieträger – umweltfreundlich hergestellt, clever zwischengespeichert und intelligent verteilt.

Als Werner von Siemens im Frühsommer des Jahres 1882 mit seinem “Elektromote” durch Berlin fuhr, staunte das Publikum. Das seltsame Gefährt war so ganz anders als die Pferdekutschen und lauten Dampfwagen. Für Siemens selbst war dieser Vorläufer heutiger Elektroautos und Oberleitungsbusse aber nur eine logische Fortführung seiner Entwicklungen, die er drei Jahre zuvor mit der ersten elektrischen Eisenbahn begonnen hatte. Es ging ihm um etwas ganz Großes: die Elektrifizierung der Welt.

In den USA hatte Thomas A. Edison bereits 1878 angekündigt, mit seiner Glühlampe Licht in alle Haushalt zu bringen. In Europa war Siemens der Pionier der Elektrotechnik. Er war überzeugt davon, dass sie “unzählige Einrichtungen in Häusern, Fabriken und auf den Straßen hervorrufen wird, welche zur Erleichterung des Lebens dienen.” Vieles davon hat er mit seinen Mitarbeitern selbts entwickelt: Generatoren zur Stromerzeugung, Eisen- und Straßenbahnen, Aufzüge, Leuchten, Kommunikations- und Gesundheitstechnik.

Benzinmotor prescht vor

Doch beim Automobil musste sich Siemens schließlich von jedem Gefährt geschlagen geben, das vier Jahre nach dem Elektromote das Licht der Welt erblickte: dem Benz-Motorwagen mit Verbrennungsmotor. Bis zum ersten Weltkrieg wurden Batterie- und Benzinautos parallel produziert – danach begann der Siegeszug der Benziner. Die Gründe waren einleuchtend: Batterien waren zu groß, zu schwer, brauchten zu lange zum Laden und hatten zu wenig Energiegehalt für weite Strecken. Öl hingegen war ausreichend und billig vorhanden. Warum sich also weiter mit Alternativen beschäftigen? Diese Argumente galten für Jahrzehnte – bis vor Kurzem. Die Menschen gewöhnten sich daran, den wertvollen Rohstoff zu verbrauchen, als wäre er unerschöpflich. Mahnungen von Experten, etwa die bahnbrechende Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Dennis L. Meadows, sorgten zwar in Fachkreisen für Aufruhr, wirkten sich aber kaum auf den Alltag oder auf das Verhalten der Bevölkerung aus.

Meadows, Leiter einer Gruppe von Zukunftsforschern an verschiedenen Instituten wie dem weltberühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT), führte im Auftrag des Club of Rome computergestützte Berechnungen zur Zukunft der Erde durch. Die nach ihm benannte Studie mit dem Titel “Die Grenzen des Wachstums” aus dem Jahr 1972, welche die Zukunft der Erde bei ständig steigendem Wirtschaftswachstum simulierte, war beängstigend. Doch erst die Ölkrise ein Jahr später machten vielen bewusst, dass die natürlichen Ressourcen der Erde begrenzt sind und wie jedes knappe Gut immer teurer werden.

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13. November 2009
Posted in Stromanbieter — Anbieterwechsel @ 19:28

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