Welche Vorsorgeuntersuchung ist wirklich sinnvoll?
Hautkrebs, Hodenkrebs, Mammografie und viele mehr. Es gibt zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen, die teilweise auch von der Kasse getragen werden. Welche sind wirklich sinnvoll und ab wann?
Früherkennung für Mann und Frau
Hautkrebs-Früherkennung
Ab einem Alter von 35 Jahren kann sich jeder alle zwei Jahre auf Hautkrebs untersuchen lassen. Sinnvoll ist der Test bei Menschen mit sehr vielen und sehr großen Muttermalen oder solchen, die sich plötzlich verändern. Auch bei bekannten Hautkrebs-Fällen in der Familie ist er zu empfehlen. Für Menschen, die zu keiner Risikogruppe gehören, konnte kein Nachweis des Nutzens erbracht werden. In anderen Ländern ist der Test keine kostenlose Vorsorgeuntersuchung.
Früherkennung für Frauen
Mammografie
Die Mammografie ist empfohlen für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Alle zwei Jahre gehört sie zur Kassenleistung.
Was wird gemacht?
Eine Röntgenaufnahme lässt selbst kleine Veränderungen im Gewebe, etwa Tumoren, sichtbar werden. Jede Aufnahme wird in spezialisierten Zentren von zwei Ärzten ausgewertet.
Beurteilung
Studien haben ergeben, dass von 1000 eingeladenen Frauen nur ein bis zwei von der Untersuchung profitieren und nicht an Brustkrebs sterben. Ein weiterer Nachteil: 100 der 1000 Frauen werden fälschlicherweise positiv getestet und müssen weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen. In dieser Zeit müssen sie in Angst leben, möglicherweise an Krebs erkrankt zu sein. Zusätzlich kann die Strahlung selbst Krebs provozieren.
Brustkrebs-Früherkennung – Abtasten
Die Brustkrebs-Früherkennung durch Abtasten wird für Frauen ab 30 empfohlen, einmal jährlich.
Was wird gemacht?
Der Arzt tastet die Brust ab und erklärt diese Technik für den Selbsttest zu Hause.
Beurteilung
Diese Untersuchung gilt bislang als fragwürdig, da noch nicht belegt werden konnte, dass durch sie weniger Frauen an Brustkrebs sterben.
Gebärmutterhalskrebs-Untersuchung
Die Gebärmutterhalskrebsuntersuchung wird für Frauen ab 20 Jahren empfohlen, einmal im Jahr.
Was wird gemacht?
Der Frauenarzt tastet durch die Bauchdecke die inneren Organe ab, kontrolliert auch die Gebärmutter und macht per Zellabstrich den Pap-Test.
Beurteilung
Der Pap-Test gilt als sichere effektive Untersuchung
Früherkennung für Männer
Prostatakrebs – Früherkennung, Tasten
Die Prostatakrebs-Früherkennung wird für Männer ab 45 Jahren empfohlen, die Kassen übernehmen einmal im Jahr die Kosten.
Was wird gemacht?
Der Arzt tastet vom Enddarm aus die Prostata ab.
Beurteilung
Nur ein Drittel der vorhandenen Tumore lässt sich so erkennen. Bislang fehlt der Nachweis, dass sich die Prostatakrebs-Rate dadurch senken lässt.
Prostata-Früherkennung, PSA-Test
Dieser Test ist für Männer ab 40 Jahren empfohlen. Die Kosten werden meist nicht von der Krankenkasse getragen.
Was wird gemacht?
In einer Blutprobe wird die Konzentration des prostataspezifischen Antigens gemessen.
Beurteilung
Der Test ist in der Lage, auch kleinere Tumoren ausfindig zu machen. Allerdings sind auch Männer mit einem erhöhten PSA-Spiegel häufig gesund, und Männer mit einem niedrigen Wert können durchaus einen Tumor haben. Schlägt der Test unbegründet Alarm, muss der Betroffene eine Gewebeuntersuchung über sich ergehen lassen – manchmal sogar eine überflüssige Operation samt den möglichen Komplikationen, wie z. B. Inkontinenz oder Impotenz. Bei Verdacht sollten unbedingt Ultraschall, Computertomographie und Biopsie die Diagnose ergänzen.
Hodenkrebs, Selbsttest
Der Selbsttest wird für Männer ab 27 Jahre empfohlen und sollte zweimal pro Jahr durchgeführt werden.
Was wird gemacht?
Eine offizielle Früherkennungsuntersuchung für Hodenkrebs gibt es nicht. Jeder Mann sollte es sich zur Routine machen, die Hoden abzutasten, um Veränderungen früh zu erkennen.
Beurteilung
Ein einfacher, leichter und sinnvoller Selbsttest.
