Welche Zusatzversicherung ist sinnvoll?

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Brillen, Zahnersatz, Chefarztbehandlung im Krankenhaus – private Krankenzusatzversicherungen boomen. Mehr als 21 Millionen Verträge haben Deutschlands Kassenpatienten mittlerweile abgeschlossen, rund die Hälfte davon für Zahnersatz. Die restlichen decken rund ein Dutzend anderer Bereiche ab, die einem teils geläufig, teils exotisch vorkommen. Obwohl von den ganzen Zusatzversicherungen keine wirklich lebensnotwendig ist, sind einige sinnvolle als andere. Ein kleiner Überblick:

Versicherung für individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL)

Sie übernimmt Kosten für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen, die von der Kasse nicht bezahlt werden. Je nach Anbieter können darunter etwa Hauttyp-Bestimmung, große Krebsvorsorge für Männer und Frauen, Schilddrüsen-, Glaukom- und Osteoporose-Vorsorge, HIV-Test oder ein sportmedizinischer Check-up fallen.

Fazit: Im Einzelfall sinnvoll.

Krankenhauszusatzversicherung

Sichert die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer satt im Drei- oder Vierbett sowie eine Chefarztbehandlung. Gerade bei einer ernsthaften Erkrankung kann viel davon abhängen, wie schnell man einen Termin im Krankenhaus bekommt und wie viel Zeit sich die Ärzte dann nehmen.

Fazit: sinnvoll.

Versicherung für Privatabrechnung

Ein Tarif, der vor allem von gesetzlichen Kassen in Kooperation mit privaten Versicherern angeboten wird. Dabei wird man von niedergelassen Ärzten und Zahnärzten als Privatpatient behandelt, auch kostenmäßig. Die Rechnung wird einem nach der Behandlung zugeschickt und dann teilweise von der Kasse, teilweise von der privaten Zusatzversicherung erstattet. Trotzdem können Reste für den Patienten selbst bleiben! Nur der Arzt profitiert, weil er für die gleiche Leistung mehr Geld erhält.

Fazit: überflüssig.

Auslandsreisekrankenversicherung

Verunglückt man im Ausland, trägt diese Police die Kosten für den oft sehr teuren Rücktransport von Verletzten, z. B. per Hubschrauber. Weder die gesetzlichen noch die meisten Privaten Kassen zahlen in diesem Fall. Hier besteht also eine echte Lücke. Auch Kosten für ambulante Behandlungen, Medikamente, Operationen und Krankenhausaufenthalte im Ausland werden erstattet.

Fazit: Ein Muss für alle, die in Urlaub fahren.

Brillenversicherung

Sie zahlt je nach Anbieter alle zwei Jahre Ausgaben für eine neue Brille, allerdings haftet sie oft auch bei Bruch, Beschädigung oder größerer Sehstärkenveränderung. Oft rechnet es sich allerdings mehr, Geld für solche Fälle beiseitezulegen und die neue Brille davon selbst zu zahlen.

Fazit: überflüssig.

Zahnzusatzversicherung

Ist derzeit zum Verkaufsschlager geworden, seit gesetzliche Kassen für Zahnersatz nur noch niedrige Festzuschüsse zahlen.

Fazit: Sinnvoll für alle, die Inlays oder Implantate wollen.

Krankentagegeld-Versicherung

Für selbstständige, die kein Krankengeldanspruch haben eine unentbehrliche Zusatzversicherung. Kann aber auch für Arbeitnehmer sinnvoll sein, um bei längerer Krankheit die Lücke zwischen Nettoeinkommen und Krankengeld zu schließen. Wer etwa jeden Cent braucht, weil größere Abzahlungen wie ein Immobilienkredit zu leisten sind, sollte darüber nachdenken.

Krankenhaustagegeld-Versicherung

Zahlt pro Tag, den man im Krankenhaus verbringt, eine vereinbarte Summe. Tipp: Im Zweifel lieber eine Krankentagegeld-Versicherung abschließen. Die zahlt auch, wenn man aus Krankheitsgründen zu Hause bleibt, also nicht nur bei Krankenhausaufenthalten.

Fazit: Überflüssig.

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21. Februar 2010
Posted in Krankenversicherung — Anbieterwechsel @ 13:50

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